Heimische Singvögel

Hierzulande leben ungefähr 170 Singvogelarten. Leider haben die Singvogelbestände in den vergangenen Jahren drastisch abgenommen. Besonders die sogenannten Feldvögel, dazu zählen unter anderem Kiebitz, Grauammer und Feldlerche, sind sogar vom Aussterben bedroht. Doch auch der Bestand der Singvögel, die in Gärten leben, nimmt kontinuierlich ab. Distelfink (Stieglitz), Finken und sogar Spatzen, sind immer seltener zu beobachten.

Ursachen für den Rückgang der Singvögelpopulation

Dass Singvögel immer seltener werden hat unterschiedliche Ursachen. Wiesen werden zu früh gemäht, wenn die Bodenbrüter noch ihre Jungvögel führen. Felder sind zu aufgeräumt. Dazu kommt, dass viel zu häufig Gifte, insbesondere Pestizide, eingesetzt werden. Durch die immer weiter optimierten Erntemaschinen fallen kaum noch Körner für Vögel ab. Stoppelfelder sind ebenfalls nur noch selten zu finden. Des Weiteren wirkt sich die Flurbereinigung drastisch auf den Singvogelbestand in Deutschland aus. Unbefestigte Feldwege. Grünstreiten und Hecken existieren nur noch vereinzelt.

Dass die Anzahl an Beispielsweise, Spatzen kontinuierlich zurückgeht, liegt des Weiten daran, dass in privaten Gärten kaum noch Hühner gehalten werden, sodass keine Körner für sie übrig bleiben. Fassaden und Gebäudedächer werden so gedämmt, dass ihnen keine Nistmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Maßnahmen gegen den Rückgang der Singvogelarten

Jeder kann dazu beitragen, dass die Populationen nicht weiter zurückgeht, sondern wieder zunimmt. Dazu ist eine vogelfreundliche Gartengestaltung zwingend erforderlich. Um den Vögeln zu helfen, müssen einheimische, anstelle exotischer Sträucher, gepflanzt und Laub liegen gelassen werden. Reisighaufen bieten Vögeln Versteckmöglichkeiten und sie finden dort Nahrung. Ein Teich oder eine Vogeltränke ist ebenfalls ein Muss in einem vogelfreundlichen Garten. Das Anbringen von Nistkästen als Brut- und Rückzugsmöglichkeiten hilft ebenfalls vielen Singvogelarten. Umstritten dagegen ist die Fütterung im Garten lebender Vögel. Fakt ist: Richtig gemacht kann diese ebenfalls hilfreich für die Vögel sein. Die gefiederten Freunde brauchen weder einen englischen Rasen noch einen aufgeräumten Garten, sondern etwas Unordnung, Wildkräuter und Stauden. Jeder ist aufgefordert, seinen Gartenvogel freundlich zu gestalten.

Lärm und Licht vertreiben unsere Artenvielfalt

Auf Arten, die sich in offenen Landschaften ansiedeln, haben zudem Windkraftanlagen eine vertreibende Wirkung. Sie meiden die Nähe dieser Anlagen und Strukturen. Anstatt viele einzelne Anlagen aufzustellen, müssen die Betreiber davon überzeugt werden, ihre Anlagen zu bündeln.

Vögel kommunizieren untereinander mittels ihres Gesangs. Durch Singen locken Männchen Weibchen an. Befindet sich das Revier eines männlichen Vogels an einer lauten Straße, ist es für den Vogelmann schwierig, gehört zu werden. Zudem haben Biologen beobachtet, dass sie ihre Stimmlage an den Umgebungslärm anpassen.

Die sogenannte Lichtverschmutzung, die seit Jahren in deutschen Ortschaften kontinuierlich zunimmt, hat für die Singvögel hierzulande ebenfalls negative Folgen. Die künstliche Beleuchtung in den Städten bringt den Jahresrhythmus der Vogel durcheinander. Die Folgen dieser Lichtverschmutzung sind, dass die Tiere früher mit dem Singen, Nestbau und Brüten beginnen. Dadurch schlupfen die Jungvögel zu einem Zeitpunkt, zu dem keine ausreichende Versorgung mit Nahrung möglich ist.

Ebenfalls nicht auszuschließen ist, dass sich die Lichtverschmutzung auch den Vogelzug beeinflusst. Auf dem langen Flug ins Winterquartier dienen die Sterne den Zugvögeln zur Orientierung. Über beleuchteten Städten sind diese für die Vögel allerdings kaum noch wahrnehmbar. Dies kann dazu führen, dass sich die Zugwege verlagern.

Drastisch auf die Singvogelbestände wirkt sich nach wie vor die illegale Jagd auf Zugvögel im Mittelmeerraum und in südeuropäischen Ländern aus. Unterbunden werden könnte dieses durch die Schaffung internationaler Abkommen. Bei Greifvögeln und Wasservögeln konnten diese dazu beitragen, dass die Bestände wieder zugenommen haben.